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Bonner & Ditzel ist auch "blond denunziert", das Anagramm von "Donner und Blitze" Angeln bei Gewitter?

Im Bonner General-Anzeiger vom 04.08.2009 findet sich, immerhin schon auf der ersten Seite, was die
Wichtigkeit der Nachricht unterstreichen hilft, unter "Schutz vor dem Blitz", dieses:


Nun wissen wir, daß Gewitter mit Blitzen häufiger auftreten werden. Darum aufgepasst! Wie war es eigentlich
vorher? Stimmt der Klospruch: Bonn ist halb so groß wie der Friedhof von Chicago, aber doppelt so tot?
Und was hat das mit Gewittern zu tun? Nichts oder doch viel? Weiß man's? Ich darf doch wohl schreiben
und komponieren, wie ich will. Außerdem wird dadurch die Routine unterbrochen und man kann innehalten,
sich ein Glas Tee holen oder mal kurz austreten. Danach geht's weiter. Manchmal werfe ich Buchstaben in
die Luft, und sie landen in völlig neuer Zusammensetzung. Das hat nun nichts mit der Entstehung des Univer-
sums zu tun. Ich habe da mal was Spannendes gehört. Es ging wohl um Astrophysik. Ein Forscher meinte,
wenn man z. B. die Einzelteile eines Großraumflugzeuges in die Luft werfen würde, wäre die Wahrschein-
lichkeit doch recht gering, daß beim Landevorgang der Einzelteile diese, quasi von kosmischer Hand in die
richtige Form geschüttelt, sich exakt zu dem Großraumflugzeug zusammensetzen würden. Das hat mir spon-
tan eingeleuchtet. Ich glaube, es ging um sowas wie schöpferische oder göttliche Intelligenz, die das kann
oder nicht. Na, das wollen wir hier mal so stehenlassen. Aber interessant ist es schon. Wenn der liebe Gott
wie ein Barmixer die Dinge zusammenschütteln kann, müssen die Menschen eben schrauben. Das ist der
entscheidende Unterschied. Wie, das wußten Sie nicht?

Ist nicht "Schutz vor dem Blitz" in Wirklichkeit eine versteckte, gleichwohl bemerkte Anspielung auf den Titel
derselben Ausgabe "Schreiber-Prozeß nach der Wahl"? "Blitz" wäre der schnelle, sicher nicht kurze Prozeß,
den man jetzt aber nicht will. Warum eigentlich diese Warterei? Auch im Interesse des alten Mannes ist danach
zu fragen. Tatsächlich können und werden Dinge ans Licht kommen oder wie ein Blitz einschlagen, welche die
Wahl ungünstig beeinflussen könnten. Man wird schon seine Gründe haben, zu warten. Wer glaubt denn, daß
nach Jahren der Verzögerung, Herr S. hat bekanntermaßen alle juristischen Mittel eingesetzt, um seine Auslie-
ferung zu verhindern, nicht alle notwendigen Unterlagen, die für einen Prozeß benötigt werden, schon längst
präpariert sind? Man könnte, so man wollte, sofort loslegen, was im Grunde zu erwarten gewesen wäre. Ver-
mutlich wird es wie immer, was die Sache so gewöhnlich, aber auch nicht erfreulich macht, ablaufen. Bestimmte
Herrschaften ziehen sich auf Erinnerungslücken zurück. Herr S. wohl auch, je nach Bedarf. Vielleicht findet er
einen guten Arzt und wird verhandlungsunfähig. So oder so, man wird's ihm danken.

Wären übrigens, würden Wahlen wirklich etwas ändern, Wahlen nicht verboten? Immerhin blitzt es jetzt
häufiger, hoffen wir, daß es auch in den Hirnen schön funkt, obwohl es dort wohl eher windet. Oder was
ist brainstorm anderes als Gehirnwind bzw. -sturm? Wer darunter leidet, hat vermutlich gelegentlich mit
Tinnitus zu tun, knackenden Geräuschen im Gehörgang, oder er leidet einfach nur unter Durchzug, was eine
weit verbreitete (Ohren-) und Zeitkrankheit ist. Denn wo Durchzug vorkommt, wird ja bekanntermaßen nichts
durch den Gehörgang zum Denkorgan transportiert. So gesehen kann Schwerhörigkeit auch ein Segen sein.
War Beethoven denn nicht so taub, daß er glaubte, er sei Maler?

Durchzug kommt wohl auch bei den Gestaltern der aktuellen Werbeplakate der politischen Parteien vor.
"Für Deutschland in Europa" ist so sinnig wie "Für Deutschland auf der Erde" oder "Für die Erde im
Universum" oder "Für das Universum im Multiversum." Mehr geht nicht?

"Millionen für Bildung" - warum keine Milliarden? davon haben wir doch genug - kann heißen, Millionen wün-
schen sich Bildung, oder es sollen Millionen für Bildung ausgegeben werden. Da darf geraten werden. "Wir
haben die Kraft" meint die CDU und hält sich für die "bessere Wahl für Deutschland." Die SPD will "anpacken
für unser Land." Wie soll das gehen, wenn die CDU schon die Kraft hat? Muß nicht, wer Kraft ausspricht,
auch nach Freude suchen? Die ZEIT schreibt: "Und wieder braucht die SPD ein Wahlprogramm. Aber wie
erklärt man das Übermorgen, wenn man über das Morgen nichts weiß?" Ist nicht sogar zu vermuten, daß viele
recht wenig über das JETZT wissen? "Was kommt nach mir?" Wie beantworten Politiker diese Frage
standardmäßig?

Die FDP heizt und räuchert sich dabei nach Kräften selbst ein: "Noch näher an den Bedürfnissen der Wähler
hat noch nie eine Partei ihr Wahlprogramm ausgerichtet!" Hoffen wir, daß nichts angerichtet wird. Sag nie-
mals nie?

"Garantie für Umwelt, Gerechtigkeit und Freiheit" erklären, fordern oder wünschen Die Grünen. Mir per-
sönlich wäre eine Garantie für "Welt" eindeutig lieber. "Aus der Krise hilft nur Grün" heißt es. Werden so
nicht andere Farben unter Inkaufnahme von partieller Farbschwäche diskriminiert? Die Vermutung liegt nahe.

Für Die Linke. ist gleich "eine andere Welt nötig." Woher nehmen, wenn nicht stehlen? Mir ist schlecht,
ich höre auf, Politik bekommt mir nicht. An die anderen "Parteien" und Kleinstgrüppchen mag ich gar nicht
mehr denken. Denk' ich an Deutschland in der Nacht... ergänzen Sie bitte selbst. Ohne Flei kein Prei.

Warum tragen eigentlich Parlamentarier (parlare=schwätzen) keine hübschen Trikots, auf denen die Namen
der jeweiligen Sponsoren, Geldgeber und Einflußgruppen stehen, welche die Parlamentarier alimentieren?
Das wäre bürgerfreundliche Ehrlichkeit, und man könnte sich an den Parlamentarier seiner Wahl wenden,
dessen Sponsoren einem selbst auch zusagen. Mir persönlich wären Molkereisponsoren lieber als die der
Zigarettenindustrie, mal so gesagt, als Beispiel. Ob im vergangenen Jahrhundert die Parlamentarier Parlament-
Arier genannt wurden, entzieht sich meiner Kenntnis, es passte gerade aber gut bei der Worttrennung.
Kann, wer nach allen Seiten offen ist, eigentlich dicht sein?

Noch ein Fundstück aus dem Bonner General-Anzeiger vom 01./02.08.2009.

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1. DUEBELND ZINNROT
2. BLINDEN ZUORDNET
3. BLOND DENUNZIERT
4. BRONZEN LUDDITEN



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