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I R R E S A L A T E

Seite ohne Frame laden? Oder doch mit? Zufallstheorie? Leitkultur? Gaudi würdigt Buckel?

Synchronizität und Spurensuche - oder was ich an nur
einem Tag erlebte - neue Spur gefunden?

Aus gegebenem Anlaß schreibe ich dem Bürgermeister der Stadt Siegburg, einem Herrn Huhn, der
sich bereits mit politischen Gegnern herumschlagen muß, welche auf Plakaten Hühner darstellen
mit Sprüchen wie z. B. "Nicht gackern, handeln". Spontan fielen mir Schüttelreime ein: Ein Trut-
hahn trat ein Huhn.
Nun zum Ernst. Beginnen wir mit Einstein: "Zwei Dinge sind unendlich: Das
Universum und die menschliche Dummheit. Aber beim Universum bin
ich mir nicht ganz sicher."

Guten Tag bei der CDU!

Hat der Wahlkampf wirklich so begonnen? Sofern ich das Ihrer Partei vorangestellte "C" richtig
verstehe, läßt sich daraus Ihr eigener Anspruch auf Wahrheit im Handeln ableiten. Was ich Ihnen
nun schildere, hat sich genau so zugetragen, wie ich gerne bereits hier an Eides statt versichere.

Ich wohne erst seit Mitte Mai in Siegburg und lernte alle Mitbewohner des Hauses bisher als
freundliche, höfliche und hilfsbereite Menschen kennen. Dies wäre nicht weiter erwähnenswert,
ist aber zum Verständnis der weiteren Ereignisse nötig. Ich erhalte regelmäßig viel Post,
darunter unverlangte Werbung in großen Mengen, und habe deshalb Aufkleber am
Briefkasten, schwarz auf rot, angebracht, auf denen recht freundlich die Bitte geäußert wird,
"keine Reklame" zu erhalten. Dies klappte bisher recht gut, von vereinzelten Ausnahmen, die
Wochen zurückliegen, einmal abgesehen.

Am Montag, den 27.07.2009, fand ich gegen Mittag im Briefkasten gleich zwei CDU Werbeblätter
einer "Siegburgpartei" -
Sie gestatten, mir drängte sich "Einheitspartei" auf - das eine 4-
und das andere 14(!)-seitig. Auf dessen Titelblatt, eine wohl flächendeckende Aktion,
war zu lesen "Wir stellen uns vor". Ich ahnte noch nicht, was das bedeuten könnte.

Ich rief darauf um 15:09 Uhr (Anrufliste ist in meiner "Fritzbox" gespeichert) bei der in den Wer-
beschriften genannten Telefonnummer, dort wird eine Anna D.-M. genannt, unter Ortsnetz
384xxx an.

Leider konnte ich dort nur einem Anrufbeantworter unter Nennung von Name, Anschrift und Tele-
fonnummer mitteilen, daß ich mich über die Art der Verteilung von Werbung Ihrer Partei wundere,
neue Mtglieder oder doch wohl eher Wählerstimmen mit recht ungeeigneten Methoden, nämlich
unter Mißachtung des erklärten Willens Ihrer potentiellen Wähler, gewinnen zu wollen. Ich ging
dabei davon aus, daß Sie deutschsprachige und des Lesens mächtige Verteiler Ihrer Broschüren
einsetzen. Reklame und Werbung sind für mich eins.

Man mag nun darüber streiten, ob die unverlangte Mehrfachwerbung, wie ich später erfuhr, "not-
wendige Information für den Bürger" sei. Ich war entsprechend verärgert, zumal der Briefschlitz
durch die hineingequetschten Blätter verstopft war. Da ich es nicht bei dem Anrufbeantworter
belassen wollte, rief ich erneut um 16:06 Uhr an, aber wieder war nur dieser geschaltet.

Gegen 16 Uhr 30 traf ich auf dem Garagenhof, wozu ich durch den Keller gehe, also die Haustüre
nicht von außen sehe, einen Nachbarn, der mich informierte, daß mein Briefkasten, so wie der
Nachbar meinte, mit "Nutella" verschmiert sei. Ich mußte zur Post und sah mir die
"Bescherung"
daher erst gegen 17 Uhr an. Dabei kam von draußen ein weiterer Nachbar hinzu, der
noch gegen 15:15 Uhr, also kurz nach meinem ersten Anruf, die Haustür passiert
und, wie ich erfuhr, keine Schmiererei vorgefunden hatte.

Der/die Täter hat/haben mit vermutlich einer, sogar zur CDU passenden, teerhaltigen Farbe, also
doch mehr als nur ein bißchen Nutella, zunächst, was auf die eigentliche Absicht schließen läßt,
den in rot gehaltenen Aufkleber "Bitte keine Reklame" im oberen Bereich übermalt, darauf deuten
der dynamische, fette Farbauftrag hin, siehe auch die Falte am Briefkastendeckel, ferner die
Farbtropfen bis auf den darunter liegenden Briefkasten des Nachbarn.

Darauf wurde der zweite Aufkleber links unterhalb übermalt, dort ist der Farbauftrag schon ge-
ringer, ferner mit dem Rest Farbe auf dem Pinsel, als finalen und reinigenden Akt, mein Na-
mensschild rechts neben dem Klingelknopf mit Über-Kreuz-Bemalung unkenntlich zu machen
versucht. Man will ja auch nicht mit einem Pinsel voll Farbe wieder nach Hause gehen. Das
zweite Namensschild, links oben neben dem Aufkleber, wurde, vielleicht als makabres
Souvenir, entwendet.


Wäre es nur um meinen Namen gegangen, hätte sich am Namensschild zuerst der volle Farbein-
satz ereignet - und nicht zuletzt. Was soll jemandem, der einem schaden will, an Antireklame-
aufklebern gelegen sein?
Daraus muß geschlossen werden, daß es wesentlich um diese ging.
Die nicht zufällige, wohl emotional, unterbewußt oder gar aktiv-bewußt gesteuerte Wahl des
primären Pinseleinsatzes offenbart das Motiv. Das herauszufinden, bedarf es keines Profilers.

Warum unterließ der Täter die Übermalung des maschinenschriftlichen Hinweises? Man
könnte annehmen, daß er für "Extrablatt" und "Rundblick" nicht "zuständig" war. An zu
wenig Farbe dürfte es nicht gelegen haben.

Der kaum glaubliche Vorgang - ist alles, was einem unglaublich vorkommt, auch unmöglich? -
steht in einzigartigem Zusammenhang der Ereignisse innerhalb eines schmalen Zeitkorridors:
Um die Mittagszeit Zustellung der unverlangten Werbesendungen, meine erste telefonische Re-
aktion erfolgte um 15:09, erneut um 16:06 Uhr. Um 15:15 Uhr fand ein Nachbar die Haustür
noch unbesudelt vor. Um 16:30 Uhr erfuhr ich von einem Nachbarn vom Geschehen. Es drängt
sich förmlich der Gedanke auf, daß mein(e) Anruf(e) die Besudelung initialisiert haben. Kann
man jemanden so zu seinem Werbeglück zwingen?

Offenbar meinte(n) der/die vermutlich naive(n) TäterIn(Innen), mit der deftigen und heftigen
Übermalung der Aufkleber, was auf ebensolche Verärgerung des Täters wie meine schließen läßt,
seien diese unwirksam geworden und damit auch die unverlangte Werbezustellung "geheilt", wie-
der in Ordnung gebracht, wie nachträglich selbst genehmigt. Kleine Kinder, die sich die Augen zu-
halten, glauben auch, man würde sie darum nicht mehr sehen. Nebenbei enthält die anonyme
Verschandelung durch Farbeinsatz eine klare Botschaft wie etwa: "Du willst keine Werbung, "not-
wendige Information für den Bürger" entgegennehmen?
Wir meinen aber, doch."

Wenn man unverlangte Werbung erhält, sich darüber beschwert und kurz darauf seinen Briefkas-
ten eindeutig beschmiert vorfindet, liegt es mehr als nahe, wer dafür und in welchem Zusam-
menhang verantwortlich sein muß. Kann man 1&1 anders zusammenzählen?

Zufalls- und Verschwörungstheorien

Würden Sie etwa annehmen wollen, daß just an diesem Tag, auch noch im fraglichen Zeitrahmen
und rein zufällig, ein X-Beliebiger an meiner Haustür vorbeispaziert, einen mit Teerfarbe üppig ge-
füllten Pinsel, vielleicht auch das dazu passende Farbtöpfchen, dabei hat, und spontan durch
Übermalung nicht nur meiner Aufkleber beschließt, für den zukünftigen, allerdings zwangsweisen,
Erhalt von Reklame zu sorgen, und dabei noch übersieht, daß durch die zusätzliche Namensüber-
malung jeder davon ausgehen wird, die zum Briefkasten gehörige Wohnung sei leerstehend, was
die Maßnahme zusätzlich nutzlos macht?


So viel "Zufall" gibt es nicht. Da ist die Wahrscheinlichkeitstheorie vor und ein
Lottogewinn wahr-
scheinlicher. Der Briefkasten liegt auch nicht unmittelbar an der Straße. Man muß im Wortsinn
"vom Weg abkommen", um den Briefkasten überhaupt zu erreichen, was aus "Zufall" Absicht
macht, worauf bisher alles schließen läßt. Oder ist alles nur - fast unheimlicher - Synchronizität
geschuldet? Mir kommt es eher wie Synchronismus vor.

War es vielleicht ein Narr, der sich ohne jegliche Absicht, außer der Narretei, meine Haustür zur
Besudelung aussuchte? Warum dann nicht bei allen Bewohnern?
Gab es einen weiteren Täter,
vielleicht aus einem Paralleluniversum in die Wirklichkeit geplumpst, der genauso zufällig mit Farb-
pöttchen und Pinsel seines Weges ging, auf der Suche nach einem Briefkasten, wo er Antiwer-
beaufkleber übermalen könnte? So umständlich? Warum diese nicht einfach abziehen, sie sind
ja nur aufgeklebt? Warum kein Farbspray? Oder war der Täter einfach nur von Vandalsimus ge-
trieben? Handelt es sich vielleicht um einen Hellseher, der schon vorher von der unverlangten
Werbesendung und meiner
kommenden Beschwerde wußte, und deshalb tätig wurde, um durch
mich der CDU etwas in die Schuhe schieben zu können?

Ging es überhaupt um Werbung? War es möglicherweise ein Täter, der ganz anderes im Sinn hat-
te? Durch Übermalung der Antireklameaufkleber eine falsche Spur legen wollte? Dann waren es
vielleicht gar nicht Klara Fall oder Rainer Zufall? Selbst Axel Schweiß schied aus, den hätte man
sicher auch später noch gerochen.
Waren also zeitgleich mehrere Täter, die ähnliches im Schilde
führten, am Werk?
Dann muß nur noch geklärt werden, wer schneller - und von welchem Motiv
getrieben - war. Der Rheinländer greift spätestens jetzt mit "Da kannste dran fühlen" ein, ja
sischer dat.

Sind am fraglichen 27.07. überhaupt Broschüren im Auftrag der CDU verteilt worden? Wenn nicht,
eine neue Theorie, dann wurden sie von einem Unbekannten, der auch der Besudler sein kann,
bewußt in meinem Briefkasten - trotz Antiwerbungaufklebern - deponiert, um mir Anlaß für eine
Beschwerde zu geben. Dazu hätte sich der Täter aber überzeugen müssen, daß ich anwesend
sein und sofort bei der CDU anrufen würde. Danach wäre dann der Briefkasten zugekleistert
worden, und ich hätte selbstverständlich die CDU verdächtigt. (CDU in dem Zusammenhang
bedeutet CDU-Mitglieder oder -Beauftragte.)

Ich informierte die Polizei, behielt meinen, mir selbst noch nicht in vollem Umfang klaren Verdacht
aber für mich, weil mir der überdeutliche Zusammenhang, immerhin spielt die ehrenwerte CDU da-
bei eine Rolle, zu absurd erschien, und ich keinen Zeugen für das Ereignis - außer der Tatwirkung -
und selbstverständlich keinen Täter auf frischer Tat ertappt hatte, womit ich mir dann mein
Schreiben an Sie möglicherweise hätte ersparen können.

Abends, nun mit den Realitäten vertraut, die ich bei meinen ersten Anrufen nicht kannte, da sie
noch nicht eingetreten waren bzw. sich ohne mein Wissen zwischenzeitlich ereigneten, hatte ich
unter der bereits erwähnten Rufnummer um 20:24 Uhr einen Herrn am Apparat, der meinen Vorhalt
des Geschehens nicht nachvollziehen wollte oder konnte und von "notwendiger Information für
den Bürger" sprach. Darf daraus geschlossen werden, daß man diese "notwendigen Informationen"
mit allen Mitteln an den Bürger bringt?

Bereits am selben Montag - die Post kommt gelegentlich nach 17 Uhr - erhielt ich keine Post, weil
die Briefträgerin - durch den Farbauftrag - davon ausging, meine Wohnung sei nicht mehr be-
wohnt. Dies erfuhr ich am nächsten Tag, als ich die Briefträgerin traf. Ich mußte die Post anrufen
und dort erklären, daß es mich nach wie vor unter der Anschrift gibt. Soweit zu den Folgen für
mich.

Der beispiellose Vorgang an sich ist, was den Schaden angeht, sicher geringwertig, aber, was
Selbstbestimmung (Wunsch, keine Werbung zu erhalten) und Grundwerte angeht, von erschrek-
kender Qualität. Darum werde ich ihn in meiner Realsatire würdigen, was nicht unbedingt bedeu-
tet, daß ich den Vorgang, dafür ist er zu lächerlich, lustig finde.

Mit freundlichen Grüßen

Martin C. Altenpohl

P.S. Wem soll ich demnächst meine Stimme geben?

Der Vorsitzende der CDU-Kreistagsfraktion Rhein-Sieg, den ich angeschrieben hatte, da ich
keinen anderen Ansprechpartner zur Verfügung hatte, teilte lapidar mit:

Sehr geehrter Herr Altenpohl,

Da ich Sie telefonisch nicht erreichen konnte, darf ich Ihnen auf diesem Weg mitteilen, dass
die CDU-Kreistagsfraktion keinen Einfluss auf die örtlichen Wahlwerbeaktionen hat.

Mit freundlichem Gruß
Dieter Heuel
Vorsitzender der CDU-Kreistagsfraktion Rhein-Sieg

Man hat keinen Einfluß? Die arme Fraktion. Auch kein Interesse? So kann man's halten. Läßt
das wirklich hoffen? Oder ist das nicht zum heuelen? Mein Mißtrauen, leider, ist nicht ver-
braucht worden. In der Zwischenzeit antwortet der Bürgermeister. Meine Anrufe auf dem
Anrufbeantworter seien erst später abgehört worden, die Verantwortlichen auf der Arbeit
gewesen. Kann man Anrufbeantworter nicht fernabfragen? Auch der Bürgermeister, ein inte-
ressantes und recht freundliches Anagramm wäre "emsiger Brüter",
hält die unverlangte Wer-
bung für "Information" (das sagen alle). Immerhin wolle man mich zukünftig damit "verscho-
nen". Man werde sich diesbezüglich "Mühe geben", wenn das mal nicht eine unverhohlene
Ankündigung weiterer Werbung der Partei der Leitkultur ist.

Mir wird, meine Frage beantwortend, sicher ganz uneigennützig, die CDU für die nächste
Wahl
empohlen.

Neue Ereignisse offenbaren erstaunliche Einblicke. Gibt ein Anwalt, ohne wirklich zu wissen,
was er damit sagt, Hinweise auf Motiv und Täter?

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